Seniorennetz Amberg-Sulzbach fährt mit dem Schiff nach Riedenburg

Tagelang herrscht schlecht Wetter, ja sogar Sturmwarnung. Der erste schöne Tag ist der 07.06.16, der Tag, an dem wir mit dem Schiff von Kelheim nach Riedenburg fahren. Wenn eben Engel reisen…

Mit 41 Teilnehmern geht es von Sulzbach-Rosenberg aus durch das Vilstal nach Kelheim. An der Anlegestelle Kelheim Altmühltal besteigen wir unser Panoramaschiff „Altmühlperle“. Kaum einer setzt sich in den überdachten Bereich, denn das Wetter ist zu verlockend. Über Lautsprecher gibt der Kapitän Erklärungen.


„DONAU UND MAIN FÜR DIE SCHIFFFAHRT VERBUNDEN, EIN WERK VON CARL DEM GROSSEN VERSUCHT, DURCH LUDWIG I KÖNIG VON  BAYERN NEU BEGONNEN UND VOLLENDET. MDCCCXLVI “

Vor über 170 Jahren konnte der „Ludwig-Donau-Main-Kanal“ dem Verkehr übergeben werden (1950 aufgelassen). Zeitgleich mit dem Kanalbau ließ Ludwig I die Befreiungshalle errichten, die an die siegreichen Schlachten 1813 – 1815 gegen Napoleon erinnern soll. Leider zeigt sich die Gedenkstätte verhüllt, denn es sind umfangreiche Renovierungen nötig.
Gleich nach der Abfahrt kommen wir an eine Schleuse des „Main-Donau-Kanals“, der 1960 – 1992 erbaut wurde. 8,40 m wird unser Schiff gehoben. Immer wieder erblicken wir bei der Weiterfahrt Teile des alten Kanals. Recht frequentiert scheint der neue Kanal nicht zu sein, denn nach über 1 Stunde Fahrt kommt uns kein einziges Schiff entgegen. Schnell dürfen die Schiffe nicht fahren, denn die Geschwindigkeit ist auf 11 km/h begrenzt, damit die Uferbefestigungen geschont werden.
Interessant ist die 200 m lange Holzbrücke, die bei Essing die Altmühl überspannt. Mit ihrer geschwungenen Form gliedert sie sich gut in die Landschaft ein. Im Volksmund wird die Brücke wegen ihrer Form „Tatzelwurm“ genannt.

Vom Wasser aus nimmt man die Landschaft ganz anders wahr. Die Berghänge links sind meist bewaldet. Die Felszinnen rechts sind Riffbildungen des warmen Jurameeres, das sich hier vor 150 Millionen Jahren ausbreitete. An den felsigen Hängen wächst dürftiges Gras, der Magerrasen, der von Wacholderbüschen unterbrochen ist.

 

Wie das Idealbild einer Ritterburg erhebt sich die Burg Prunn auf einem 70 m hohen Jurafelsen. 1566 wurde auf der Burg die vollständige Handschrift des Nibelungenliedes gefunden.
Nach rund 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir Riedenburg. Schon von Ferne sieht man die Rosenburg und die beiden Burgruinen Tachenstein und Rabenstein. Uns zieht es zuerst in die Faßlwirtschaft, wo wir zu Mittag angemeldet sind. Von unseren Plätzen aus können wir in das Kristallmuseum blicken mit der größten Bergkristallgruppe der Welt (Gewicht über 8 Tonnen).

 

 

 

 

 

 


Mit dem Bus fahren wir auf die Rosenburg zum Falkenhof. Die Flugvorführungen der Greifvögel können wir hautnah erleben, so hautnah, dass die Flügel uns z.T. berühren. Das Gekreische ist groß. In verschiedenen simulierten Flügen erjagen die Greifvögel ihre Beuteattrappen bzw. ihre Nahrung. Im Jagd- und Falknereimuseum erfahren wir mehr über die Burg (im Besitz des Bayerischen Staates) und über die Tiere, die es früher hier gab und heute gibt.

 


Wir erleben eine gut vorbereitete ereignisreiche Fahrt in einer herrlichen Landschaft.